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[R] Dungeon Travelers 2: The Royal Library       Zum Anfang der Seite springen

Titel: Dungeon Travelers 2: The Royal Library
Entwickler: Sting Entertainment
Publisher: NIS America
System: PS Vita
Altersfreigabe: ab 16 Jahren freigegeben
Release: 16. Oktober 2015
Internetseite: Klick mich!


(Quelle: NIS America)
Man kann es leider nicht schön reden – die PS Vita hat einen schweren Stand. Zum quasi Ramschpreis wird dieses schöne Stück Handheld verkauft und verstaubt trotzdem als Ladenhüter. Sony selbst bestätigte erst kürzlich, dass man selbst keine Projekte für die Konsole entwickelt oder plant. Bei solchen Nachrichten ist die negative öffentliche Wahrnehmung kein Wunder. Völlig zu Unrecht, da die Softwarebibliothek von Third-Party Entwicklern immer wieder um einige aufwendige und kuriose Titel erweitert wird und mittlerweile ein erstaunliches Spektrum abdeckt. Gerade Publisher NIS America hat sich einen besonderen Ruf erarbeitet und portiert in regelmäßigen Abständen japanische Kleinode, wozu auch „Dungeon Travelers 2: The Royal Library“ zählt.
[stopper]

Kaum eine andere Firma hätte den Schritt gewagt die Mischung aus Dungeon Crawler, Dating-Sim und Erotic Visual Novel außerhalb des asiatischen Raum zu vertreiben. Die Zielgruppe für jedes einzelne dieser Genres ist schon begrenzt – ganz zu schweigen von der Schnittmenge. Da ist es nicht verwunderlich, dass wir mit wenigen Abstrichen bzw. Schnitten für europäische Sensibilitäten hier genau das Original bekommen – mit der japanischen Synchro und allem Drum und Dran, „nur“ erweitert um englische Untertitel und Menüführung.

Eines der wenigen ernsten Bilder.

So versteckt der Launch hier in Deutschland auch sein mag, so groß ist das Franchise „To Heart 2“ dahinter in seinem Herkunftsland. Im Ursprung als Playstation 2 Dating-Sim gestartet, haben sich aus dem einen Spiel über zehn Teile und Spin-Offs sowie mehrere Animeserien und Mangareihen entwickelt – ein nicht zu vernachlässigender Anteil davon als Unterhaltung für Erwachsene. Als Journalist darf man es ja eigentlich nicht schreiben, aber der mit einem Stern versehene und mit über 150 Quellen befüllte, englische Wikipediaartikel von „To Heart 2“ ist ein guter Ausgangspunkt für alle Interessierten.

„Dungeon Travelers 2: The Royal Library“ ist in diesem ganzen Konstrukt quasi kaum mehr als eine Randnotiz. Thematisch nimmt der Titel das grobe Motiv eines Harem-Animes auf und packt drum herum ein traditionelles Fantasy-Konzept mit Dungeon-Erkundung und verschachtelten Menüs. Zur Garnierung kommt über alles noch eine gute Prise schlüpfriger Anspielungen und Humor. Und dabei braucht sich das Spiel auch im „To Heart 2“ Franchise nicht verstecken.

Rund um Hauptheld Freid sammelt sich eine Party aus 16 Mädchen, wovon ihr mit fünf gleichzeitig in den rundenbasierten Kampf zieht. Neben den sechs Hauptklassen existieren über 30 Spezialisierungen und zahlreiche Cross-Skills sowie Kniffe, die über 80 Stunden Content bieten. Also von den reinen Basiszahlen her erwartet euch hier ein mehr als vollwertiges RPG im Stile von „Wizardry“ und Co – mit einem interessanten Kniff.

Ansonsten gibt es Bären und Pinguine ...

Euer alter Ego kämpft als Monster-Sealer nicht selbst, sondern sammelt die Essenzen von verstorbenen Monstern ein. Um dabei nicht verhauen zu werden, baut ihr ein Team aus bis zu fünf Mädels (respektive Klassen) zusammen, die möglichst gut harmonisieren. Wie in jedem guten Dungeon Crawler, ist ein genauer Blick auf Statuswerte wichtig, denn die Lernkurve gestaltet sich durchaus steil. Bereits nach kurzer Zeit sind Instant-Kills, Fallen und große Gegnergruppen keine Seltenheit mehr. Bosse hauen euch ohne die richtige Strategie meist einfach zu klump oder ihr kommt nur knapp mit dem Leben davon. Da Geld und damit Teleportsteine (schneller Weg zum Ausgangs des Dungeons) zu Beginn Mangelware sind, ist regelmäßiges Speichern Pflicht. Wer nicht sinnvoll in Skills investiert und Partyplanung betreibt, wird schnell an die Grenzen des Machbaren stoßen. Dabei bleibt das Spiel stets fair und bietet – visualisiert durch eine extrem trockene und leichtbekleidete Haushälterin – immer wieder Tutorialvideos und Erklärungen zu wichtigen Mechaniken.

Hilfe, die Salatbar ist verrückt geworden.

Das wohl wichtigste Feature hierbei sind die Sealbooks, die ihr aus Monsterüberresten und Bossen generieren könnt. Diese geben Boni oder Mali für die gesamte Gruppe und lassen so bestimmte Strategien wie das gezielte Besiegen von Monstern zu. Im späteren Verlauf ist es dann möglich, eure Charaktere zu resetten umso neue Kostüme und vor allem weitere Verbesserungen bei den Stats zu erzeugen. Bis ihr allerdings im Late-Game ankommt, ist jede Menge Sitzfleisch gefragt. Der ewige Kreislauf aus Erkundung, Leveln, Verkaufen von Loot, Crafting und Skillverbesserungen wird vor allem bestimmt durch eine kleine Itemtasche mit 30 Plätzen, die durch quasi alles belegt werden – selbst den teuren Büchern. Auslagern in die typische Partytruhe ist nur in der Heimatbasis möglich, so dass regelmäßiges Be- und Entladen und Itemmanagement zum A und O gehören. Dank einiger Hilfsfunktionen, wie dem automatischen Verkauf aller Gegenstände auf Knopfdruck oder dem Automapping der Dungeons, artet das Ganze zum Glück nicht zu sehr in Arbeit aus.

Ein ordentlicher Weckdienst gehört zur Arbeit an der Front.

Ganz frei von Fehlern ist „Dungeon Travelers 2“ nicht. In Kämpfen kommt es immer wieder zu zufälligen Kombinationen von bestimmten Skills, wobei meist nicht klar ist, warum dieses oder jenes passiert. Damit lässt sich natürlich nur schwer planen bzw. es treten mitunter Grenzfälle auf, bei denen ein Charakter stirbt und ihr weder eingreifen noch vorplanen könnt. Theoretisch existiert zwar ein Kampflog, das alle Aktionen protokolliert, allerdings ist dies kaum sichtbar und die Nachrichten scrollen zu schnell, um sie als sinnvolle Informationsquelle wahrzunehmen. Zudem reagieren bestimmte Monster auf Skills unterschiedlich, so dass zum Beispiel das typische Taunt des Blockers (Ziehen der Attacken auf sich) bei manchen Gegner greift und andere völlig unbeeindruckt weiter gezielt den Magier attackieren. Auch dieses Problem hätte ein vernünftiges Logsystem im Keim erstickt. Von diesen vergleichsweise kleinen Problemen abgesehen, ist das Erlebnis als rundenbasiertes Strategiespiel sehr solide.

Kommt ein Pferd in eine Bar ...

Aber sind wir mal ehrlich – diese schöne Komplexität und Tiefe – all das fällt einem beim Spielen nicht sofort auf. „Dungeon Travelers 2“ versteht (leider) nur zu gut, sich hinter den sehr vollbusigen und anzüglichen Bildern zu verstecken. Es hilft hierbei auch nicht gerade, dass bis auf die eigentliche Erkundung der Höhlen und Gemäuer, die Geschichte komplett in Standbildern erzählt wird und zu dem vor Klischees nur so trieft. Die Mädchen die ihr im Magieraußendienst kennenlernt, schließen sich euch nach und nach aus fadenscheinigen Gründen an und bilden dann einen leider sehr eindimensionalen Anhang. Die Dialoge, die sich immer wieder ergeben, sind zwar durchaus charmant geschrieben, enden aber meist sehr zweideutig oder zeigen ein sehr kindliches bzw. überdrehtes Bild von Frauen. Nur eine Hand voll der Charaktere besitzen Potential für mehr Entwicklung bzw. wecken das Interesse.

Irgendwie hatte ich Druiden anders im Kopf.

Als ob das noch nicht genug wäre, gibt es wie in Danganronpa sprechende Tiere, wie den Pinguin-Eismann, der im Dungeon – nunja – eben Eis verkauft oder der Bär und ein (anderer) Pinguin mit Spitzhut, die im Dialog miteinander dem Spieler Gameplay-Inhalte vermitteln. All das schreit auf der einen Seite so sehr nach japanischem Flair – den ich eigentlich sehr mag – allerdings kommt hier ein wildes Potpourri aus verschiedenen Ideen zusammen, die am Ende kein unbedingt kohärentes Bild ergeben. So trefft ihr Monstergruppen bestehend aus Bananen, flankiert von sabbernden Orangen und einem sehr leicht bekleideten Mädchen, welches laut Beschreibung ein Druide sein soll (die mit den Bärten und Kutten und so …). Ganz offensichtlich nimmt sich das Spiel selbst nicht ernst. In regelmäßigen Abständen durchbricht es zu dem die vierte Wand und gibt Kommentare über die Entwickler, Rollenspiele im Allgemeinen und den Spieler vor dem Handheld ab. Und ich dachte, nach Danganronpa könnte es nicht mehr merkwürdiger werden.

Diese Inkonsistenz überträgt sich auch auf die Präsentation selbst. Egal ob Kampf, Dialoge oder Menüs – alles außer der Erkundung aus der Egosicht wird durch Standbilder dargestellt. In einzelnen Fällen reagieren Charaktere auf Treffer durch Monster oder zeigen Emotionen, nur passiert dies für heutige Standards einfach zu selten. Das wäre noch kein großes Problem, wenn dafür alle Bilder eine hohe Qualität hätten. Es wirkt allerdings, als ob verschiedene Künstlerteams unabhängig voneinander beauftragt wurden, Elemente zum Spiel hinzuzusteuern. Das Ergebnis sind unterschiedliche Stile mit teilweise sehr groben Zeichnungen, die liebevoll schattierten und detaillierten Charakterskizzen gegenüber stehen. Mit ein bisschen mehr Bewegung würde sicherlich die eine oder andere Schwäche nicht so stark auffallen. Gerade im Vergleich zu anderen Titeln, wie „Etrian Odyssey“ auf dem 3DS, ist ein gewisser Qualitätsunterschied offensichtlich.

Morgens halb Zehn im Dungeon - Eiszeit!

Fazit

„Dungeon Travelers 2: The Royal Library“ ist nicht ohne Grund ab 16 Jahren freigegeben. Die sehr üppig (wörtlich zu nehmen) inszenierten Animezeichnungen von halbnackten Mädchen geben die Richtung vor. Wer kein Freund von Echi-Mangas mit einfach gestrickten Frauenvorstellungen ist, sollte um das Spiel einen Bogen machen. Aber im Grunde wäre das schade, denn darunter steckt ein sehr abwechslungsreiches und solides RPG-Gerüst, das sich nicht vor anderen Genregrößen verstecken muss. Alles, was darüber ist, ist im Grunde auch zu abgedreht und zu zweideutig geschrieben, als das man es wirklich ernst nehmen könnte. Euch erwartet hier ein humorvolles und vollgepacktes Strategie-RPG der alten Schule. Ob es nun den eigenen Geschmack trifft oder nicht, schön und wichtig das jemand auch solche Titel nach Europa bringt.

Gesamt: 10/15

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Wenn der letzte Baum gerodet,
der letzte Fluss vergiftet,
der letzte Fisch gefangen,
werdet ihr feststellen,
dass man Ingame-Items nicht essen kann.
10.11.2015 09:14 Fügen Sie F@bs in Ihre Kontaktliste ein
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