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Spawnia Spawnia ist weiblich
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Ikigami – Der Todesbote (komplett, Bd. 1-10)       Zum Anfang der Seite springen

Titel: Ikigami – Der Todesbote (komplett, Bd. 1-10)
Autor: Motoro Mase
Erscheinungsjahr: September 2012 – Dezember 2015
© CARLSEN Verlag/Motoro Mase

Vertrieb: CARLSEN Manga

Im letzten Dezember erschien mit Band 10 der Abschluss der Serie „Ikigami – Der Todesbote“. Und damit ist die Zeit gekommen ein Gesamtfazit zu ziehen, nachdem wir 2012 den ersten Band rezensiert und für gut befunden haben. Kann sich das Konzept der Einzelgeschichten zu den jeweiligen Schicksalen bewähren? Wie ist die gesellschaftliche Entwicklung in dieser Zeit verlaufen und hat sich Herr Fujimoto - der Ikigami-Bote - an seine Aufgabe gewöhnen können?

(Quelle: Carlsen Manga)

Zuvor jedoch noch ein paar Worte zur Veröffentlichung. Neben Deutschland wurde „Ikigami“ auch in den Niederlanden, Spanien, Frankreich und Nordamerika auf den Markt gebracht. In Frankreich erhielt die Reihe zahlreiche Auszeichnungen, darunter 2010 den Prix Polymanga (Bester Seinen-Manga) und den Grand Prix de l'Imaginaire Etonnants Voyageur. RadosBaw BolaBek, Gründer des polnisch-tschechischen Verlags Hanami, nahm die Reihe sogar in sein Buch „1001 Comics, die Sie lesen sollten, bevor das Leben vorbei ist“ auf. Mangaka Motoro Mase hat übrigens bereits sein nächstes Werk abgeschlossen – „Demokratia“ erschien von 2013 bis 2015 in Japan, eine Übersetzung ist aber noch nicht in Sicht. Auch diese Serie beschäftigt sich wieder mit großen gesellschaften Fragestellungen, geht es doch um humanoide Androiden, welche sich unter den Menschen bewegen und von diesen beeinflusst werden können. Nun aber zurück zu „Ikigami“.

(Zusammenfassung – Spoiler!)
Herr Fujimoto, ein frisch ausgebildeter Ikigami-Bote überbringt jeden Monat zwei bis drei Ikigamis in seinem Bezirk. Diese teilen dem jeweiligen Empfänger zwischen 18 und 25 Jahren mit, dass er oder sie sterben wird – auf Beschluss der Regierung und für mehr Wohlstand und Produktivität in der Gesellschaft. Allerdings hat die betroffene Person noch 24 Stunden Zeit um sich zu verabschieden. Im-mer wieder hat Herr Fujimoto moralische Probleme mit seiner Arbeit – er sieht hautnah die Verzweiflung, Wut und Trauer der Todeskandidaten und ihrer Angehörigen. Wobei es natürlich auch fanatische Anhänger gibt, die sich über ihr Ableben zum Wohl der Gesellschaft freuen. Diese Bedenken teilt Herr Fujimoto mit seinem Vorgesetzen Herrn Ishii, der ihm immer wieder rät, solche Gedanken beiseite zu schieben und auf keinen Fall zu äußern. Doch ist er wirklich ein Freund?

Hinzu kommt, dass die Abteilung von den beiden plötzlich einer genauen Beobachtung durch die NFW-Polizei unterzogen wird, ein übermächtiges Kontrollorgan, dass natürlich auch mit Hilfe von Spitzeln und Tipps aus der Bevölkerung Abweichler und Untergrundgruppen aufspürt und sie Umerziehungsmaßnahmen zuführt. Muss Herr Fujimoto um seine Arbeit und seine Freiheit fürchten? Oder sehnt er sich geradezu danach, dass Land verlassen zu können? Oder sind diese Fragen gar nicht mehr wichtig, als plötzlich ein Krieg ausbricht?


Fragen über Fragen - damit ist auch Herr Fujimoto immer wieder konfrontiert. Schafft er seine Arbeit, macht er diese korrekt und sind die Aussagen der Regierung überhaupt zu glauben? Sorgt das Gesetz für Wohlstand wirklich für weniger Kriminalität? Schätzen die Menschen ihr Leben mehr, weil ei-ner von 1000 in jungen Jahren sterben muss? Tatsächlich werden alle diese Fragen im Laufe der zehn Bände betrachtet, gewendet und von allen Facetten betrachtet. Der Hauptcharakter durchläuft einen nachvollziehbaren Weg vom generellen Anhänger voller Angst zum gesellschaftlichen Ausbrecher. Auf diesem Weg begleiten ihn tatsächlich nur wenige Personen: seine quasi Freundin Frau Kubo und sein Chef Herr Ishii sind die einzigen Konstanten.

Allerdings verläuft dieser Weg wirklich sehr langsam und gemütlich. Das Hauptaugenmerk in jedem Band liegt ganz klar auf den Einzelschicksalen, die er als Todesbote begleiten muss. Und diese sind ausnahmslos emotional und detailliert gestaltet. Außerdem bringt jeder Fall einen anderen Aspekt der Menschlichkeit zum Vorschein: blinden Fanatismus, Liebe, Mut, Haß, Trauer, Wut – und auch das immer wieder in einem anderen familiären Kontext. Dabei ist das Storytelling und die Konzentration auf die Gesichter in den Zeichnungen oftmals so gut, dass man sich das eine oder andere Tränchen nicht verkneifen kann.

Die Entwicklung des Hauptcharakters bleibt dabei jedoch … nicht auf der Strecke, geht aber nur sehr langsam von statten. Der Weg von seinen ersten Zweifeln, der Angst davor, dem ersten Verrat, der Umkehrung etc. pp. vollzieht sich wirklich schleppend. Das ist zumindest für mich frustrierend. Gleiches gilt für den Abschluss der Serie: natürlich kann ich gut nachvollziehen, dass Herr Fujimoto einfach nur weg will aus dem Land, dass so mit seiner Bevölkerung umgeht, aber ich hätte mir doch etwas deutlich heroischeres gewünscht, wie zum Beispiel den Versuch die Regierung zu stürzen oder die Mitarbeit in einer Untergrundgruppe.

Das empfinde ich gerade deshalb als so wichtig, als das in den letzten beiden Bänden die wahre Bedeutung und der eigentliche Sinn und Zweck hinter dem GFW zum Vorschein kommt und diese Erkentniss ist so perfide gut wie ungeheuerlich. Und natürlich ein wirklich guter Storytwist - der aus meiner Sicht aber etwas spät kommt und deutlich mehr Konsequenzen haben sollte. Andererseits konzentriert sich der Mangaka die gesamte Serie über auf seinen Protagonisten, eine Abweichung davon wäre also wiederum auch Bruch mit den eigenen Konventionen. Ihr seht schon, ich bin dazu durchaus gespaltener Meinung.

Die im ersten Manga zeichnerisch auf jeden Fall solide Leistung verbessert sich aus meiner Sicht im Laufe der Serie in so fern, dass natürlich weiterhin der Fokus auf Gesichtern und Emotionen liegt, was Motoro Mase auch sehr gut liegt und gelingt. Allerdings werden die Hintergründ doch zumindest gefühlt etwas mehr, größer und detaillierter - ein Plus also. Und auch die eine oder andere Actionszene bleibt auf jeden Fall erhalten, gerade wenn die Todeskandidaten die Nerven verlieren bzw. noch ein letztes Zeichen setzen wollen.

Fazit:

„Ikigami – Der Todesbote“ ist eine berührende Serie, die durch viele Einzelschicksale nicht nur ans Herz geht, sondern auch viele Facetten der Menschlichkeit zeigt. Diese sind nicht nur stets gut nachvollziehbar, sondern sorgen auch beim Leser für Mitgefühl, Trauer oder Wut. Der Protagonist Herr Fujimoto durchläuft eine nachvollziehbare, wenn auch recht langsame Entwicklung und gerade am Ende ist sein Verhalten zwar vielleicht verständlich, aber leider nicht besonders heroisch bzw. aus meiner Sicht der Situation angemessen. Diesbezüglich verliert das Pacing leider etwas. Zuletzt steht die Geschichte zeichnerisch auf sicheren Beinen und ist damit in Summe auf jeden Fall empfehlenswert.

Gesamt: 11/15

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SSAT - Selbe Scheiße, anderer Tag!
30.01.2016 18:25
Die Betreiber von UR-Radio distanzieren sich hiermit ausdrücklich von dem, durch Spawnia am 30.01.2016 um 18:25 verfassten Beitrag.
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