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Zum Ende der Seite springen Tommy Krappweis - Mara und der Feuerbringer
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Damona Damona ist weiblich
Jungspund


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Tommy Krappweis - Mara und der Feuerbringer       Zum Anfang der Seite springen

Gebundene Ausgabe: 332 Seiten
Verlag: Egmont Schneiderbuch; Auflage: 5 (14. September 2009)
Sprache: Deutsch
ISBN-10: 3505126462
Vom Hersteller empfohlenes Alter: ab 12 Jahren

(Quelle: Egmont)


Tommy Krappweis könnte dem einen oder anderen noch aus der wöchentlichen Comedy-Sendung „RTL Samstag Nacht“ bekannt sein. Dort war er nicht nur vor, sondern auch immer öfter hinter der Kamera aktiv. Auch an der Erfindung von „Bernd das Brot“ beteiligte er sich maßgeblich. Ebenso fungierte Krappweis als Regisseur, Autor und Headwriter bei der „ProSieben Märchenstunde“ und war als Drehbuchautor tätig. Von dort ist es kein großer Schritt zur Veröffentlichung des ersten Romans. „Mara und der Feuerbringer“ soll eine Mischung aus Harry Potter, Da Vinci Code/Sakrileg und germanischer Mythologie sein. Es bleibt abzuwarten, ob das Buch am Ende den Vergleich mit diesen Werken standhält.

Zusammenfassung / Klappentext:

Zitat:
NEIN! Mara schüttelte die Bilder von sich und fasste einen Entschluss: Keine. Tagträume. Mehr. Nie wieder! Ab heute würde Mara das normalste Mädchen der Welt sein. Auf Wiedersehen, Traumwelt. Guten Tag, Realität.

Die 14-jährige Mara wäre am liebsten eines: unauffällig. Ein ganz normales Mädchen. Ohne die Tagträume, die der Grund für die ständigen Hänseleien in der Schule sind. Doch gerade, als sie beschließt ihr Leben zu ändern, passiert etwas Unglaubliches: Mara erfährt, dass sie eine der letzten Seherinnen ist - eine Spákona. Und nur mit ihrer besonderen Gabe kann sie verhindern, dass sich der Halbgott und Dämon Loki von seinen Fesseln befreit und zu einer Gefahr wird. Ihre Welt gerät aus den Fugen. Wird sie es schaffen, sich dieser großen Aufgabe zu stellen?


Krappweis erzählt die Geschichte aus der Sicht der 14 jährigen Protagonistin. Einer Tagträumerin und Außenseiterin die sich wünscht, so zu sein wie alle anderen und ihr Leben nach ihren eigenen Vorstellungen gestalten zu können. Grundsätzlich ein Wunsch, den sie mit vielen anderen Jugendlichen teilt. Genauso wie die Tatsache, dass ihr die eigene Mutter hochnotpeinlich ist. Der eine oder andere könnte das noch aus eigener Erfahrung kennen. Auch wenn Maras Mutter unter diesen Eltern eine Sonderrolle einnehmen dürfte. Tief verwurzelt in der Esoterik-Szene und besonders in ihrem „Wicca-Zirkel“ versucht sie mit aller Gewalt, ihrer Tochter diese Lebensweise aufzuzwingen. Kein Wunder, dass diese davon wenig begeistert ist und stellenweise auch dagegen rebelliert. Natürlich ist Mara Scheidungskind mit wenig Kontakt zum Vater. Alles andere würde auch nicht ins Bild passen, das der Autor von seiner Protagonistin zeichnet. Vermutlich sollen hier möglichst viele Ansatzpunkte geschaffen werden, bei denen sich die Leser mit Mara identifizieren können. Zusammen mit den mobbenden Mitschülern und deren Wortführerin Larissa wäre genug Stoff vorhanden, um ein gutes Jugendbuch zu schreiben, an dessen Ende Mara ihren Platz im Leben gefunden hat. Dem Autor genügte das noch nicht. So gereichen die alltäglichen Probleme eines Teenagers nur zur Nebenhandlung. Eigentlich Schade.

Mit Professor Weissinger stößt jemand zum Kreis der Protagonisten, der dem Leser Wissen über die germanische Götterwelt, die Nibelungen und auch Wagners Opern vermitteln soll. Gemeinsam mit ihm reist Mara durch ihre Visionen oder parallelen Realitäten und hilft ihr so, ihre Aufgabe zu meistern. Er bringt die Puzzleteile der Geschichte in den richtigen historischen Zusammenhang. Leider ist auch dieser inhaltliche Bestandteil des Buches zu flüchtig angerissen. Aufgrund der Gestaltung und des Klappentextes hätte ich mehr erwartet. Insgesamt werden die einzelnen Figuren sehr plakativ in Szene gesetzt und klischeehaft ausgestaltet. Ob es die übertrieben esoterische und peinliche Mutter, die mobbenden Klassenkameraden, der zerstreute Professor und nicht zu Letzt auch Mara selbst ist, alle werden sie den ihnen zugedachten Rollen gerecht. Und das reicht einfach nicht, um sich mit ihnen identifizieren zu können.

Auch beim Schauplatz der Geschichte beschränkt sich der Autor auf das Wesentliche. Der Leser erfährt, das Mara in München lebt. Es wird alles nur ein wenig beschrieben. Die dortige Universität, das Isarufer und das U-Bahn Netz. Allerdings sehr spärlich. Man erkennt die Stadt darin fast nicht wieder. Es gelingt Krappweis nicht ganz, die Stimmung dieses Ortes einzufangen und zu Papier zu bringen. Es fehlt die passende Atmosphäre und der Wiedererkennungswert. So wie München in „Mara und der Feuerbringer“ beschrieben ist, könnte es sich ebenso um eine x-beliebige Kleinstadt irgendwo in Deutschland handeln. Dann hätte man als Leser vielleicht nicht das Gefühl, hier würde etwas fehlen und die Geschichte sei noch nicht ganz fertig.

Verschiedene Elemente aus der germanischen Mythologie, der Nibelungensage und Wagners Opern werden in Maras Visionen angesprochen und vom Professor wissenschaftlich unterfüttert. So werden zum Beispiel die göttliche Abstammung Lokis, die Midgardschlange und Ragnarok kurz angerissen. Um Ihre Aufgabe zu erfüllen, entführen Mara und der Professor kurzerhand Siegfried aus dem Nibelungenlied oder es werden die Beschwörungsformeln an Wagners Feuergott Loge rezitiert. Der Leser erfährt am Rande, das der Opernkomponist sich dabei an der Figur des Loki orientiert haben soll. Alles ist kurz erwähnt, ohne weiter auf das jeweilige Thema einzugehen. Entweder weiß der Leser schon mehr über die jeweiligen Themen oder er muss sich anderweitig informieren. In diesem Buch erfährt er nicht mehr als Impulse für eigene Recherchen. Das vermittelte Wissen ist verschwindend gering. Es gibt andere Bücher, die anders auf jedes dieser Elemente eingehen und dem Leser wirklich etwas davon näherbringen können.

Die Handlung von „Mara und der Feuerbringer“ ist zwar in der heutigen Zeit angesiedelt, viele Begebenheiten, wie zum Beispiel die im Buch beschriebene Esoterik-Szene oder die Verwendung einer Telefonzelle, wirken etwas anachronistisch, als würden sie eher aus den 90er Jahren stammen.
Die zugegeben kreativen Wortschöpfungen des Autors, „...guckt wie ein Sofakissen / Gummistiefel...“ oder auch das oft genutzte „schwurbelig“ tragen dazu bei, das man das Lesen stellenweise als sehr anstrengend empfindet. Offensichtlich soll mit aller Macht versucht werden eine (noch) nicht vorhandene Jugendsprache zu imitieren. Dieser Versuch ist leider nicht besonders gut gelungen. Viele Schachtelsätze aber auch die zahlreichen Visionen / Tagträume der Protagonistin machen das Lesen zusätzlich schwer. Oft genug werden diese abrupt und übergangslos in die laufende Geschichte hineingequetscht. Dabei wirken sie nicht selten störend.
Sie hätten besser in den Handlungsfluss eingepasst werden sollen. Alles in Allem ist „Mara und der Feuerbringer“ ein schwer zu lesendes Buch. Der etwas sarkastische Humor zwischen den Zeilen dürfte von jüngeren Lesern nicht wirklich wahrgenommen oder nicht verstanden werden. Ihnen fehlen einfach die Hintergrundinformationen und sie können mit Namen wie „Hugo Egon Balder“ wohl weniger anfangen als Erwachsene. Seltsam genug, dass die vierzehnjährige Mara ihn kennt. Schade, denn dieser Humor zwischen den Zeilen ist einer der wenigen Pluspunkte für dieses Buch.

Die Geschichte ist mit etwas mehr als 300 Seiten relativ schnell zu lesen. Am Ende eines jeden Kapitels erwartet den Leser eine liebevoll gestaltete Illustration. Die Kapitel sind trotz der verschachtelten Sätze kurz gehalten und somit für Leseanfänger oder Wenigleser geeignet. Das Cover wurde mit viel Liebe zum Detail gestaltet und das Abenteuer um Mara ist auf drei Bände ausgelegt. So setzen „Mara und der Feuerbringer – Das Todesmal“ und „Mara und der Feuerbringer – Götterdämmerung“ die Trilogie fort und schließen sie letztlich auch ab. Die Frage, ob es sich lohnt die Fortsetzungen zu lesen, muss sich wohl wie so oft jeder selbst beantworten. Ich selbst werde mir diese wohl eher nicht holen ...

Jene, die sich ohne das Buch zu lesen einen Eindruck von der Geschichte machen wollen können sich die Verfilmung aus dem Jahr 2013 ansehen. Hier schrieb Tommy Krappweis wieder das Drehbuch und führte auch Regie. Möglicherweise lassen sich dort meine Kritikpunkte nicht in diesem Umfang wiederfinden und der Film ist stimmiger ist als die gedruckte Vorlage.

Fazit

Die Geschichte selbst bietet viel Potential. Zum Einen der Wunsch eines Mädchens endlich ein normales Leben führen zu können und den täglichen Hänseleien in der Schule zu entgehen. Und zum Anderen die Visionen um Loki. Doch beides ist zu flach angerissen um wirklich fesseln zu können. Teilweise wirkt das gesamte Buch eher wie das Konzept zu einer guten Geschichte. Eines, bei dem noch vieles unterfüttert werden muss um ein rundes Ergebnis zu erhalten. Vielleicht schließt sich der Kreis aber auch nach dem Lesen der beiden Fortsetzungen. Möglicherweise wird man dann auch mit den Protagonisten warm und findet besser in die Handlung hinein. Ich kann nicht leugnen, dass die Idee zu „Mara und der Feuerbringer“ interessant ist. Auch der Klappentext ließ darauf schließen. Nur die Umsetzung lässt zu wünschen übrig. Am Ende hat man leider ein schwer lesbares und damit ermüdendes Buch mit einer guten Idee. Schade.

Wertung: 7/15
13.12.2015 16:26
Die Betreiber von UR-Radio distanzieren sich hiermit ausdrücklich von dem, durch Damona am 13.12.2015 um 16:26 verfassten Beitrag.
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